Wer und zu welchem Preis baut eine neue Hauptstadt Ägyptens

Während der vor kurzem stattgefundenen Konferenz zur Wirtschaftsentwicklung hat der Präsident Ägyptens Abd al-Fattah as-Sisi über den Anfang des Baues einer neuen Hauptstadt des Staates amtlich bekanntgegeben. Diese soll östlich von Kairo, näher zu Rotem Meer liegen und eine Fläche von 700 m2 einnehmen. Die Bevölkerung der zukünftigen Stadt soll 5 bis 7 Mio. Menschen betragen. Die Entscheidung, einen „Bau des Jahrhunderts“ zu beginnen ist vor allem durch eine traurig bekannte Übervölkerung von Kairo bedingt, das sogar nach offiziellen Angaben der UNO über 20 Mio. Einwohner zählt.

Mit der Erarbeitung des Masterplans der neuen Megalopolis wurde internationale Firma Skidmore, Owings & MerrillLLP (SOM), eine der weltweit einflussreichsten Gesellschaften im Bereich der Architektur, Engineering und Stadtplanung, beauftragt. Zu ihrer Arbeiten gehören die größten Bauprojekte, darunter der bekannte Wolkenkratzer Burj Khalifa in Dubai. Ein weiterer Grund zum Beginn eines Kolossalbaues ist Streben der Behörden, hinkende Wirtschaft des Staats durch Heranziehung von Investitionen ins Kolossalprojekt „aufzuwachen“. Nach Berichten der Presse, es sei ihnen gelungen, zirka $12 Mrd., größtenteils von ihren regionalen Nachbarn aus Nahem Osten, heranzuziehen. Nach vorläufigen Schätzungen werden Geldmittel von bis zu $45 Mrd. für den Bau benötigt, und die Projektrealisierung kann etwa 7 Jahre in Anspruch nehmen.

Nach der Konzeption der Planer soll unter anderem ein Parlamentsgebäude sowie über 1 Million Wohnbauten, 1250 Moscheen und Kirchen, 663 Behandlungszentren und ein riesengroßerThemenpark in der neuen Hauptstadt, die in 46 Bezirke geteilt ist, gebaut werden. Eine durchdachte Planung der Megalopolis macht die Stadt fußgängerfreundlich. Das Projekt sieht eine Vielzahl von Plätzen und anderen öffentlichen Räumen vor. Mit anderen Regionen des Landes wird die zukünftige Hauptstadt durch zahlreiche Verkehrsadern verbunden.